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Mantrailing
Einführung:
Vermisste und gesuchte Personen gehören zum Alltag der Polizei. Dabei verlässt man sich auf den hervorragenden Geruchssinn des Hundes und seine Fähigkeit sich auch in schwierigem Gelände flink und trittsicher vorwärts zu bewegen. Während der Fährtenhund Bodenverletzungen verfolgt, dabei so nahe wie möglich auf der Fußspur bleibt, sucht der Flächensuchhund mit hoher Nase nach Menschen, wobei jede Person angezeigt wird. Problematisch wird diese Suchweise wenn in stark frequentiertem (kontaminiertem) und / oder städtischem Gelände gearbeitet werden muss. Seit einigen Jahren wurde in Europa eine uralte Technik wieder vermehrt eingesetzt, das MANTRAILING (Personensucharbeit).
Individualgeruch:
Beim Individualgeruch handelt es sich um den individuellen Restgeruch, welchen jede Person ausscheidet. Individualgeruch darf nicht mit dem Körpergeruch einer Person verwechselt werden. Körpergeruch ist das Resultat von schlechter Körperhygiene, Unsauberkeit oder starker körperlicher Aktivität. Körpergeruch kann abgewaschen oder überdeckt werden, während das beim Individualgeruch nie möglich ist. Der menschliche Körper besteht aus einer riesigen Anzahl individueller Zellen. Diese Zellen sterben kontinuierlich ab und werden durch neue Zellen ersetzt. In einer Untersuchung wurde festgestellt, dass pro Minute ungefähr 50 Millionen Zellen vom Körper abfallen! Diese toten Zellen werden von Bakterien zersetzt und geben ein Gas frei. Das ist die Basis dessen, was allgemein Individualgeruchsspur genannt wird. Unterschiede in der persönlichen Umgebung wie Kultur, Diät, persönliche Hygiene, Körperpflegemittel, Gewürze in den Esswaren, etc. machen die Geruchsspur einer jeden Person verschieden und einzigartig.
Was ist Mantrailing?
Beim Mantrailing verfolgt der Hund die individuelle Geruchsspur eines ganz bestimmten Menschen. Dabei steht es ihm frei, wie er dieser Geruchsspur folgt. Er kann sich dabei nahe oder sogar direkt auf der Fußspur aufhalten, oder aber ein paar Meter davon entfernt arbeiten, je nach Wetterlage, Gelände und individuellen Präferenzen des Hundes. Er ist fähig diese Spur auf jedem Gelände, auch in Stadtsituationen, und noch Tage, in Extremfällen sogar Wochen später zu verfolgen. Da er einen bestimmten Individualgeruch verfolgt und diesen durch Geruchsunterscheidung von jedem anderen Geruch unterscheiden kann, wird er auch keine Probleme haben, dies auch in stark kontaminiertem Gelände zu tun. Der Hund bekommt anhand einer Geruchsprobe (z.B. Kleidung, Taschentuch, Schlüssel etc.) den Individualgeruch des zu suchenden Opfers präsentiert und hat dann die Aufgabe, diesen Menschen zu finden, indem man ihn dort auf die Spur(Trail) setzt, wo man annimmt, dass das Opfer zuletzt gewesen ist. Mantrailing ist eigentlich eine sehr effiziente Suchmethode, weil die vermisste Person durch nur ein Suchteam gefunden werden kann. Der Mantrailer kann im günstigsten Fall die Person alleine finden, ohne dass weitere Suchteams benötigt werden, weil er wirklich nur dort sucht, wo die Person auch war. Außerdem kann der Mantrailer anzeigen, ob die gesuchte Person überhaupt in der Gegend war, wo sie vermutet wird und schließlich – selbst wenn die Trail nicht bis zur Person selbst verfolgt werden kann, so kann das Mantrailing-Team zumindest eine Richtung vorgeben, in die die vermisste Person gegangen ist. Ziel und Aufgabe des Mantrailers kann es nicht sein, andere Suchmethoden zu verhindern oder überflüssig zu machen, denn dazu gibt es beim Mantrailing viel zu viele Unwägbarkeiten. Das Mantrailing ist eine weitere unterstützende Maßnahme in der Suche nach vermissten Personen.
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